Samstag, 14. Februar 2009

Der Teufel und die Frauen

Eine scandinavische Geschichte will ich mir noch nicht verkneifen, obwohl der Teufel in ihr nur eine relativ nebensächliche Rolle spielt. In der Geschichte über den „Tapferen Scheunenwächter“ taucht der Teufel nur im ersten Teil der Erzählung auf. Und sein Auftritt ist keineswegs heldenhaft oder zu einem „Prinz der Dunkelheit“ passend. Es wird allerdings nicht klar, ob die Probleme des Teufels echt oder nur deswegen erfunden sind, damit er sich ins Gespräch mit dem tapferen Scheunenwächter verwickelt.

Alles begann damit, dass der Teufel die Courage des Scheunenwächters bewunderte und nach einer Gelegenheit suchte, ihn persönlich kennenzulernen. Deswegen lief er paar mal an der Scheune vorbei, fing allerdings kein Gespräch an. Irgendwann entschied er sich und beklagte sich über das schwere Leben des Junggesellen – keiner würde seine Socken flicken oder Taschentuch säumen. Als Antwort auf seinen Beschwerden, hat er vom tapferen Scheunenwächter den Rat gekriegt, eine Frau zu heiraten. Darauf meinte der Teufel, dass er es schon ausprobiert hat, aber je jünger und schöner die Mädchen, desto mehr lachen sie ihn aus. Der Trick liege dabei, erklärte den Wächter, alte Zofen oder Wittwen in Betracht zu ziehen. Dann würde es klappen. Für mich persönlich zeigt dieser Ratschlag, dass die Stärke des Scheunenwächters vorwiegend im Bereich der Tapferkeit und nicht in der Intelligenz liegt, weil dies der umständigste Weg zu den geflickten Socken zu sein scheint.

Der Teufel beherzigte ihn aber und heiratete eine alte Magd, nur um herauszufinen, dass sie ihn nicht in Ruhe lasse und tausend Tricks kenne, um ihm das Leben schwer zu machen. Er konnte sich vor ihr retten und in einem Jahr hat er einen neuen Versuch unternommen. Mit einer jungen Wittwe. Bei ihr waren aber die Ergebnisse ähnlich. All diese Geschichten setzten ihn den Spott des mutigen Scheunenhütters aus, der behauptete der Teufel besizte nicht genug Tapferkeit um mit einer Frau fertig zu werden.

Ich halte es für möglich, dass all diese Geschichten über den Teufel als erfolgloses Schürzenjäger bloß ein Trick des Teufels sein könnten, mit dem er den mutigen Scheunenwächter zur einer Mutprobe bewegen wollte. Eine andere Möglichkeit wäre, dass der Erzähler dieser Geschichte, die Courage des Wächters hervorheben wollte, indem er zeigen wollte, dass seine Tapferkeit sogar größer war, als die Taperkeit des Prinzen des Bösen. Wie auch immer, hinterlässt diese Geschichte einen lustigen Strich im Portrait des Teufels. Etwas unbeholfen und sehr menschlich.

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