Freitag, 13. Februar 2009

Teufel und Mut

Hier bin ich auf einer richtigen Horrorgeschichte gestoßen. Ein mißlungener Abkommen mit dem Teufel. Oder zumindest mit irgendwas Teufelisches. Das interessante dabei ist, dass es sich hier um einen persönlichen Teufel handelt. Nicht einer, der für alle da ist und deren Beschäftigung darin besteht, Seelen zu verführen. Sondern einen Teufel, den man selber kreiert hat, und der für alle anderen unsichtbar ist.

Die Geschichte handelt auch von irgendwas, was in der bisherigen Geschichten, die ich glesen habe, nicht besonders betont ist. Und zwar, es handelt sich um den menschlichen Standpunkt, die Art und Weise in der die Menschen den Teufel begegnen und wahrnehmen. Eine der Bedingungen für die erfolgreiche Ausführung des Beschwörungsrituals ist die Courage. Der Wanderer, der dem Bauern das Wissen über das Ritual beigebracht hat, hat sich nicht selbst dafür entschieden es zu vollziehen. Und als Grund nennt er den Mangel an Mut bei sich selbst. Der Bauer, der über das Ritual erfuhr, entschied sich in seiner Verzweifelung dafür seine Seele dem Teufel zu verkaufen und als Gegenleistung eine Erlösung aus seiner Not zu kriegen. Interessanterweise hat die Tatsache, dass es auch einen vermeintlichen Ausweg aus dem Geschäft gibt, nicht unwesentlich für seine Entscheidung beigetragen.

Allerdings lief alles so schief, wie überhaupt möglich. Der Bauer hat seine Mutreste gleich danach verloren, nachdem er das Wesen, was ihm dienen sollte, zum Leben erweckt hat. Statt einen Diener, der ihn täglich mit einer Traglast Beute versorgen sollte, hat er einen bösartigen und persönlichen Feind gekriegt. Der nur für ihn selbst sichtbar war. Und den er eigenhändig kreiert hat, nicht aber im Stande war, die Konsequenzen seiner Tat bis zum Ende zu tragen.
Der bloße Gedanke, dass man etwas Bizarres und Unkonventionelles (dazu kommt noch, dass man es heimlich halten soll) tut, scheint schon furchterregend zu sein. Am Anfang des Gesprächs, das ultimativ zu der Entscheidung für die Seelensklaverei und das Reichtum führen wird, umriss der Wanderer die Rahmen des Geschäfts und hat damit schon den Bauern zum Schaudern gebracht:

“God preserve us from the evil one!” cried the farmer.
“What! you are frightened? Have I told you too much already?”
“No, I’m not frightened at all. Go on.”

Der Konflikt, der innere Kampf, zwischen die Angst vor dem Unbekannten und Bösen einerseits und den Wunsch ein bestimmtes Ziel, manchmal ein sonst Unmögliches manchmal nur schwer Erreichbares, scheint typisch für die Geschichten, bei denen ein Pakt mit dem Teufel geschlossen wird.

1 Kommentar:

velko hat gesagt…

Ich habe vergessen, den Link zu der Geschichte zu posten. Hier ist er: http://www.sacred-texts.com/neu/hoe/hoe2-54.htm