Sonntag, 15. Februar 2009

Wertung

Hier habe ich eine beeindrückende Geschichte über den Teufel von Quebec, Kananda, gefunden. Ich finde sie deswegen bemerkenswert, weil sie von einer krassen Diskrepanz zwischen Taten und die Wertung dieser Taten handelt. In der Erzählung wird impliziert, dass der Teufel, in einem schwarzen Ross verwandelt, bei der Bau einer Kirche mitgemacht hat. Wie bitte? Der Teufel hilft bei der Errichtung eines Gotteshauses? Jawohl. Aber seine Leistung wird doch heruntergespielt, weil er halt der Teufel ist.

Der Erzählung nach ist Folgendes passiert. In einem Dorf kam ein neuer Priester, der ein heiliger Mann war. Die Bauern machten sich daran, eine Kirche zu bauen, aber sie waren arm, hatten keine Transporttiere und trugen all das Gestein auf ihren Rücken. Dem Priester tut das alles Leid, aber er konnte nichts daran ändern. Einer Nacht, hat er im Traum die heilige Mutter gesehen, die ihm ein Pferd versprochen hat. Er solle den Leuten helfen, solange sein Zaumzeug nicht entfernt wurde.

Am nächsten Tag fand der Priester tatsächlich ein wunderbares, schwarzes Ross an einem Pfosten in seinem Garten gebunden. Dem Priester kam die Vermutung, dass das Pferd mit den unsauberen Kräften verbunden wäre, oder dass er der Teufel selbst wäre. Aus diesem Umstand ist ein Konflikt entstanden. Einerseits wollte der Priester die knochenharte Arbeit bei der Bau der Kirche seiner Gemeinde lindern. Andererseits vermutete der Prister, dass dieser Helfer teufelischer Natur war und deren Hilfe bei der Bau eines Heiligtums, nicht besonders angemessen war.

Der Priester hat sich doch für die Teufelshilfe für das Gotteswerk entschieden und hat den Bauern Bescheid über den Zaumzeug gesagt. Der Pferd hat sich als einen erstaunlich guten Arbeiter erwiesen. Er schleppte mühelos Fuhrwerke, die so prall mit Steine gefüllt waren, dass die Karre unter der Last beinahe zusammengebrochen war. Letztendlich entfernte doch jemand den Zaumzeug, sodass das Pferd Wasser trinken kann und das Tier verschwand in einer neugebildeten Höhle, die die Teufelshöhle genannt wurde. Diese Höhle habe die Fähigkeit, die vorbeilaufende Pferde zu lähmen und die Fuhrwerke zu beschädigen.
In dieser Geschichte wird meiner Meinung nach, nicht eindeutig klar, dass das Pferd tatsächlich der Teufel war. Er sollte über übernatürlicher Kraft verfügen und ist auf mysteriöser Weise erschienen, aber da er nach dem heiligen Maria Traum erschienen ist, könnte er auch ein vom Gott geschickten Helfer sein. Er hat auch nützliche Dienste bei der Kirchenbau erwiesen, was man dem Teufel nicht unbeding zutrauen würde. Und doch ist die allgemeine Stimmung gegen diesen unerwarteten Helfer gewesen. Ist das tatsächlich ein Teufelswerk gewesen?

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