Dienstag, 17. Februar 2009

Der unsichtbare Teufel - Teil I/II

Neulich bin ich auf einer bemerkenswerte Geschichte gestoßen, in der der Teufel während der ganzen Handlung anwesend ist, taucht aber nirgendwo direkt auf, sondern seine Präsenz ist nur durch die Geschehnisse angedeutet. Die Erzählung ist eine der Geschichten in der Sammlung „Petersburger Novellen“ von Nikolai Gogol und heißt „Das Portrait“ (leider konnte ich keine Onlinequelle auf Deutsch oder Englisch finden).

Die Novelle ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil handelt von einem jungen, talentierten und viel versprechenden Maler. Der junge Mann war sehr arm und obwohl er sich ganz der Kunst gewidmet hat, wollte er doch etwas mehr vom Leben. Eines Tages erwarb er widerwillig, eher aus Verlegenheit, ein Portrait von einem Mann mit sehr ausdrucksvollen Augen. Seine Augen waren wie lebendig und leuchteten mit einer ungewöhnlichen Kraft. Der junge Mann legte sich auf seinem Bett hin und erlebte einen furchtbaren Traum. In dem Traum zog der Mann aus dem Portrait eine erhebliche Geldsumme aus dem Bildrahmen und zählte sie. Der Traum war sehr unheimlich wegen der bloßen Präsenz der leuchtenden Augen des Greises.

Am nächsten Morgen kam sein Vermieter zusammen mit einem Polizisten und wollte die längst fällige Miete sammeln. Bei diesem Besuch fiel unbemerkt für den Vermieter und den Polizist aus dem Portraitrahmen eine Geldpackung, die eine beträchtliche Geldsumme enthielt. Mit dieser Summe konnte der Künstler seine Schulden begleichen und konnte sich unabhängig von finanziellen Problemen seiner Kunst vollzeitig widmen. Statdessen entschied er sich allmählich für ein aufwendiges Lebensstil. Er wurde Modemaler und tauschte die Kunstansprüche für schnelles Geld und Ruhm.

Eines Tages besuchte er die Ausstellung eines ehemaligen Kamerades, der genauso viel versprechend wie er selbst war, der sich allerdings ganz der Kunst und der Weiterbidlung gewidmet hat. Der gescheiterte Künstler wurde von tiefster Neid ergriffen und konnte nicht mehr schlafen oder malen. Seine einzige Leidenschaft wurde die Vernichtung von Kunstwerken. Er hatte Geld genug um hohe Kunst zu erwerben, um es danach mit großer Zorn zu vernichten. Letztendlich starb er alleine, in großen Qualen und arm, da er sein Geld für sein vernichtendes Hobby ausgegeben hat.

Durch die ganze Geschichte, obwohl nicht direkt ausgedrückt, wird impliziert, dass es eine Verbindung zwischen den Niedergang des Künstlers und der bösen Kraft, die in den lebendigen Augen des Greises vom Portrait, existiert. Nicht nur die offensichtlichste Verbindung – die wundervolle Erscheinung des Geldes, die das aufwendige Lebensstil des Malers ermöglicht haben, sondern eine tiefere, emotionälle Verbindung. Nach der ursprünglichen Beschreibung des Malers, haben wir einen gutmütigen und erfüllten mit Träume junge Mann, der sich nach dem Erwerb des Bildes in seinem Gegenstück verwandelt.
Die Geschichte wird aber noch sonderbarer und spiritueller in ihrem zweiten Teil und die Verbindung mit den dunklen Mächten wird deutlicher. In dem zweiten Teil der Erzählung wird der Ursprung des Bildes erörtert.

Keine Kommentare: